Super.
Mehr der Art?
Suchbegriff: Yanko Tsvetkov
http://www.wiesmael.de/wordpress/?p=4426
http://www.wiesmael.de/wordpress/?p=4424
Hier ein Bild dessen, was wir am vergangenen Wochenende speisen durften: Moqueca (oder auch Muqueca).
Der Koch hat keine eigene Küche und seine privaten Töpfe und Pfannen, mit denen ihm Essen immer am besten gelingt, stehen irgendwo in Caracas. Er behalf sich bei uns mit dem Metallschrott, den wir so nutzen.
Immer wieder großartig ist italienische Pizza. Durch ärgerlichen amerikanischen Einfluss hat sie einen Fast-Food-Beigeschmack bekommen, den sie nicht verdient. Pizza Hut gehört ignoriert!
Wir bringen unser Geld lieber zu Mario, “unserem” Italiener um die Ecke. Das taten gestern auch 50 andere Liebhaber und wir wichen zu “La Cucina” aus und genossen roten Wein zu einer der besten Essen seit Wochen! “Cucina” heißt Küche und so lässt sich den fünf Köchen dann auch bei der Arbeit zusehen, bevor sie Dir Deinen Napf hinstellen.
http://www.wiesmael.de/wordpress/?p=4419
Akademische Gäste mit den Spezialgebieten: Venezuela, Syrien, China, Equador, Surinam, Mosambik und Tansania. Es mögen noch welche fehlen. Westafrika konnte nicht kommen, weil Kind und Mann krank sind.
Venezuela kochte über 4 Stunden lang ein brasilianisches Gericht zusammen. Geplant war, um 19:30 Essen zu fassen. Gespeist wurde gegen 22 Uhr.
Die Nahrungsaufnahme wurde von Applaus für den chef de cuisine eingeleitet und endete nach 30 Minuten mit vollen Bäuchen und Mäulern voller Lob. Ich kann mich an die Bezeichnung des Gerichts nicht erinnern, nahm aber zwei Mal nach und in den nächsten Tagen die Reste mit zur Arbeit.
Die reichhaltige Mahlzeit kam mit Cider, Weißwein (rot und weiß) und Whiskey daher. Der einzige Schotte am Tisch (Surinam) ließ den Whiskey stehen, nachdem er ihn probiert hatte. Blasiert.
Am nächsten Tag rächte sich das Saufen mit einem schweren Kopf und schläfrigen Lidern bei den Akteuren. Die Küche blitzte, also hatten wir nachts noch gespült?
Den ganzen Sonntag im Haus vermufft.
http://www.wiesmael.de/wordpress/?p=4416
Teppichkauf ohne Auto und Anlieferung ist eine herrliche Freizeitbeschäftigung für Masochisten.”You may not want to carry this home.”, sprach noch der Teppichverkäufer als uns sein Kollege bereits den wolligen Ranzen einpackte. Meter sechzig mal ‘n Meter achtzig, schön flauschig – na geil.
“We’ll go home by train.”
“Oh-”
Und der pfiffige Verkäufer bastelte uns noch zwei Henkel an die Ramme.
Am Bahnhof in Reading haben sie diese Ticket-Schleusen. Eine Hand am Teppichhenkel während die andere nach dem kleinen Papierbillet fingert, winkt uns der Barriereangestellte durch. Er ist ein Held des Alltags.
Wie Warnwestenbauarbeiter oder leichenschleppende Mafiosi betreten wir das Abteil. Die Rolle passt nicht in die Gepäckablage oberhalb der Passagiere, denen bei meinem Verstauversuch Panik in die Augen springt.
Wir müssen das Gerät weiter durch den Gang tragen. Ein zwergwüchsiger Glatzkopf aus Manchester springt uns vor’s Rohr und stinkt. Seine zehn Kumpels und er waren Alkohol tanken und befinden sich nun auf dem Heimweg. Ein Reflex möchte ihm das kuschelweiche Ungetüm in die Visage rammen, einfach weil das passen würde und lustig wär. Ich wäre dann wahrscheinlich jetzt tot oder zumindest ohne eigene Zähne.
http://www.wiesmael.de/wordpress/?p=4414
Der Mann ging am Stock.
Seit wir nach Oxford zogen, bin ich der einzige, den ich hier jemals fluchen hörte. Bis heute morgen.
Ich fuhr auf meinem Fahrrad auf der falschen Seite (rechts) auf dem Bürgersteig. Ich beobachtete, wie ein Auto zurücksetzte und dabei fast einen Mann am Stock plattfuhr. Er rettete sich auf den Gehsteig, auf dem ich ihm entgegenkam. Es hatte massig Platz, versah mich aber mit den harschen Worten:
“Get on the FUCKING road!! CUNT!”
Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen.
http://www.wiesmael.de/wordpress/?p=4412
Es schneit endlich nochmal. Das verbessert die Chancen, dass morgen die Züge ausfallen und ich bezahlt zu Hause rumbimmeln kann. Ohne schlechtes Gewissen, denn es liegt ja Schnee und da geht ja dann gar nix mehr.
http://www.wiesmael.de/wordpress/?p=4410
Nach einem herrlichen Tag im Victoria & Albert Museum zu London kehrten wir in einem Café gegenüber dem Einkaufshaus Harrods ein. Mittlerweile war der Abend angebrochen und wir sparten uns Kuchen zugunsten eines anschließenden Abendessens irgendwo.
Es hatte zu schneien begonnen als wir das Café verließen. Die Lichter an Harrods Fassade hinter den sanft fallenden Flocken luden ein, den Appetit in der Spezialitätenabteilung im Untergeschoss anzuregen. Funktioniert zuverlässig und kostet nichts.
Der Schneefall nahm zu.
Schöner Schnee, matschige Taxis, langsames London.
“Romantisch.”
Ich zog die Halshusse höher.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass Englands Verkehr dafür bekannt ist, bei leichtestem Schneefall in sich zusammenzubrechen. Es wäre also weise gewesen, hätten wir uns nun auf die Rückreise begeben.
Sechzig Minuten später sind wir in Soho, Richtung Chinatown, und suchen nach Inspiration für die Essensaufnahme. Wir haben das Luxusproblem von zu viel Auswahl an Restaurants und finden das gut. Hühner und andere Tiere hängen gehäutet im Schaufenster. Touristen speisen vermeintlich authentisch unter roten Laternen mit güldenem Behang. Gelangweilte, doch devote Bedienungen schieben Nudelschalen zwischen Essstäbchen.
Wir enden irgendwie bei Mc Donald’s.
Die Dame neben uns spricht zu einem Unsichtbaren und er scheint gute Unterhaltung zu sein, denn sie lacht oft. Ein anderer Mann in einer der bunten Plastiksitzecken summt das immer gleiche Lied und grüßt dabei jeden, der reinkommt.
Draußen regiert der Schnee.
Mir fällt auf, dass die Dame mit dem unsichtbaren Gegenüber keine Jacke dabei hat und das betrübt mich. Die Filiale ist die ganze Nacht geöffnet. Wo bleiben die Menschen ohne Wohnsitz also?
An unserer Bushaltestelle stehen bereits zwanzig Menschen. Ich geh im Geiste die verfügbaren Plätze im Bus durch und rechne uns noch Chancen aus. Nach dreißig Minuten sind es bereits fünfundzwanzig Wartende. Und alle wollen in unseren Bus.
Weitere sechzig Minuten vergehen, weitere zehn Menschen reihen sich in die Schlange ein. Diese ist nicht so geordnet wie üblich hier, fällt mir auf. Vielmehr drängen sich alle unter das Bushäuschen und bereiten sich auf eine Sitzplatzschlacht vor.
Man beobachtet die nahenden Busse am Horizont. Jeder versucht, die Nummer möglichst früh zu erkennen, um dann einen Seufzer loszulassen. Nach eindreiviertel Stunde in der Kälte erspäht jemand unseren Bus. Die Aufschrift verheißt nichts Gutes:
“SORRY BUS IS FULL”
Nach zwei Stunden sind die Zehen tiefgefroren. Stetiges Auf-der-Stelle-Trippeln hilft nicht und ich schlage vor, zur Victoria-Haltestelle vorzurücken. Dort starten die Busse ihre Fahrt nach Oxford.
Als wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite ankommen, steht dort unser Bus. Es ist unser Bus! Unser Bus, in den wir steigen und den Busfahrer bitten, uns mitzunehmen. Er akzeptiert, deutet aber darauf hin, er werde in Victoria halten nd eine dreiviertel Stunde Pause machen, bevor er vielleicht nochmla nach Oxford aufbrechen wird.
“It’s an ICE RINK out there!”, sprach er.
Von jetzt an sitzen wir dreieinhalb Stunden lang in dem Bus nach Oxford. Die Fahrt dauert normalerweise eineinhalb. Ich werde gegen drei Uhr wach und wir sond auf irgendeiner traurigen Autobahn. Der Bus fährt mit zehn Kilometern pro Stunde an einem verwaisten Audi TT vorbei, der auf der Überholspur abgestellt wurde.
Gegen vier Uhr erreichen wir Oxford und noch während wir nach Hause schluffen, denke ich an die anderen Wartenden in dem Bushäuschen. Als unser Bus sie erreichte, war er bereits voll und fuhr vorbei.
http://www.wiesmael.de/wordpress/?p=4408
Bitterkalt heißt es und trifft zu.
Nachdem meine guten Lederhandschuhe durch ungeklärte Umstände verschwanden, gefrieren mir morgens die Griffel an den Lenkergriffen. Nach ca. zwölf Minuten ergreift eine Bitterkeit von mir Besitz, die ich lang nicht kannte. Diese besteht in einer tief im Inneren empfundenen Gewissheit, dass es nicht einfach nur kalt sondern zu kalt ist.
Dabei sind es nur fünf Grad minus. Wie mich unsere Rezeptionistin wissen ließ, sind fünfundvierzig Grad minus wirklich kalt. Sie stand im Pullover draußen beim Schwänefüttern.
Gegen die Kälte hilft mir persönlich eine schlafsackdicke Jacke und eine wollene Halshusse. Und die neue Thermoskanne.
Letztlich ist es nicht die Kälte, die England in sich zusammenbrechen lässt sondern Schneefall. Da für Montag welcher vorhergesagt wird, trug man mir auf, provisorisch einen Laptop mit nach Hause zu schleppen, um bei Zugausfall von zuhause aus arbeiten zu können!
Ich hoffe, es schneit – ich will das Land zusammenbrechen sehen…
http://www.wiesmael.de/wordpress/?p=4405
Gepflegte, hochverehrte Routine…
Warum sollte jemand Routine verehren?
Weil sie was schafft. Sie schafft zum Beispiel Arbeiter zu ihren Arbeitsplätzen, treibt die müden Leiber aus der Nachtfurche.
Ich dachte, das macht das Geld.
Auch. Doch nicht alleine, denn Geld gibt’s auch für Arbeiter, die morgens lieber liegen bleiben.
Wer macht denn sowas?
Jede Menge Leute. Es gibt ein Wort für sie: Kollegen.
Ungepflegter, hochverehrter Sport…
Auch der Körperertüchtigung unterliegt eine Routine. Regelmässigkeit hilft dabei, beim nächsten Mal wieder hinzugehen.
So wenig Spaß macht das?
Sagen wir, es kostet manchmal etwas Überwindung und war danach immer super. Eine routinierte Spielweise übrigens führt zu mehr Erfolg. Mehr Erfolg führt zu mehr Bock und mit mehr Bock fällt die Routine leichter.
Klingt nach einem Teufelskreis.
Mitnichten, so läuft’s. Und nach dem Sport stehst Du unter heißem Wasser und ruhst in Dir selbst.
Klingt ja geradezu esoterisch. Wie mit reinigender Wirkung.
Ist aber nur wilder, dreckiger Kampf. Die Umkleideräume spiegeln es wider.
So sauber, dass man sich drin spiegeln kann?
Au contraire! So schmutzig, dass man sich jedes Mal Fußbodenschmutz mit in die Socken räumt.
Gepflegter, hochverdienter Abend…
Was war?
Unser Mobilfunkanbieter bietet neben Mobilfunk nun auch Kino und Pizza an.
Über das Mobilfunkgerät als technisches Feature?
Indirekt. Man schickt eine sms und erhält einen Code, mit dem es zwei Pizzas und zwei Kinokarten Deiner Wahl zum Preis von jeweils einer gibt.
Welche Pizza?
Lecker.
Welcher Film?
Ich will nicht drüber reden, aber vermeide den nächsten Spielberg.
Tu ich seit Jahren…
http://www.wiesmael.de/wordpress/?p=4403