Profanisaurus

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Motor Cycle Kick Stand

The morning erection that manifests itself whilst one is asleep on one’s side, preventing one from rolling over onto one’s stomach.

Life After The Queen

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Nach dem Techtelmechtel mit der Queen letzten Sonntag – ihr schwirrt bestimmt noch der Kopf -, geleiteten mich fünf Tage Büro sanft in das nächste Wochenende und resultiert in Verwunderung darüber wie kurz manche Wochen wahrgenommen werden. Da blieb für die Nachrichten kaum Zeit und ich stelle heute erstaunt fest:
 
ZUCKERBERG KAUFT DIE BÖRSE -
Facebook zerlegt sich. Alles in T-Shirt.
 
ITALIEN FOLGT SEINEM REGENTEN NICHT -
Kein Wunder: Monti soll für Wachstum sorgen und gleichzeitig sparen. An beides muss sich Italien erst gewöhnen.
 
WENN DER FUSSBALL DIE NERVEN VERLIERT…
rennen Hunderte Idioten auf das Spielfeld und wissen dort nicht, was sie tun sollen. Anstatt dem Ballspielchen zu folgen, machen sie auf dem Rasen Feuerchen.
Der Schiedsrichter hat seine Aussage der Todesangst zurückgezogen. Doch ich nehm ihm die gerne ab.
 
DRAHTLOS BEZAHLEN ZUM SCHEITERN VERUTREILT -
Mit Karte anstatt mit Geld zu bezahlen fühlt sich nicht mehr komisch an. Ohne PIN zu bezahlen ist nur einen Schritt davon entfernt – genau einen Schritt vom Sicherheitsabgrund.
 
 

Queen Eli II

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Sonntag die Queen getroffen.
Sie saß 20 Meter Luftlinie entfernt, erkannte mich aber nicht. Hatte nur Augen für die Pferde auf der ROYAL HORSE SHOW vorm Schloss Windsor.
Mich trieb eine Frau dorthin und die Pferde trieben die Frau. Die Entscheidung fiel am Vortag: Wir verbringen den Sonntag auf einer ganztägigen Pferde-Show. Ich hoffte auf Wurst.
In der Tat waren wir nicht die einzigen Gäste mit derselben Idee an jenem Tag, doch fanden wir ein zentral gelegenes Parkhaus. “Sie bauen das Riesenrad ab.”, dachte ich noch und kurze Zeit später erreichten wir den Schauplatz. Es roch nach Gaul.
Den Eintritt von zwanzig Pfund ließ ich mir bezahlen, schließlich interessiere ich mich null für die langnasigen Vierbeiner. Keine Wurstbude in Sicht.
Stattdessen zig Verkaufsstände mit Pferdezubehör wie Bürsten und alberne Klamotten. Wer seine Wohnung wie ein Jäger einrichten möchte, wurde hier fündig.
Die Tribünen waren für das Laufvolk wie uns frei zugänglich und damit brutal überfüllt. Wir weigerten uns, für die Arena anzustehen und liefen umher. Überall Pferdegedöns und Zuschauer.
Nach einer Weile ließen wir uns auf einem Hügel für ein zünftiges Picknick nieder. Die Sonne strahlte und wir hatten eine gute Zeit. Sonnenbrand der Geheimratsecken war die Folge.
Ein, zwei Stunden waren vergangen als wir uns aufmachten, einen Sitz auf einer der Tribünen zu ergattern. In der Arena führten Reiter aus aller Welt ihre Formationen auf.
Ein Pulk aus vielleicht vierzig Menschen stand Schlange, doch etwas weiter hinten konnte man doch auf eine andere Tribüne gelangen? Wir ließen uns von einem Ordner den Weg bereiten und fanden freie Sitzplätze. Sämtliche Augen waren auf eine Stelle gerichtet und dann sahen wir die Queen. Zwanzig Meter Luftlinie von uns entfernt saß sie neben ihrem Mann, Prinz Philip Mountbatten, Duke of Edinburgh.
Kaum Security. Einfach nur eine ältere Dame mit Hut, die auf Pferde wartete.
Jemand kündigte Elizabeth II an, sie stand auf und war fast kleiner als im Sitzen.
 
Wenn die Queen aufsteht, stehen alle auf – das Gleiche gilt für ihren Mann. Es wird nicht zwingend erwartet, gehört aber anscheinend zur Etikette. Ebenso gut kann stimmen, dass jeder aufsteht, weil jeder die Queen sehen / fotografieren will und sie ist nun mal nur einen Meter fünfzig, ihr Mann nicht viel größer. Da steht man besser auf und reckt sich.
In solch königlicher Gesellschaft wohnten wir einem Schülerwettkampf bei, der unter anderem aus Kästenstapeln und Sackhüpfen bestand. Danach zog die Königin ab. Ihre Behausung, Windsor Castle, liegt direkt um die Ecke, das hatte sie gut eingefädelt.
 
Ich erinnere mich gerne an die Begegnung mit der Queen. Mein Arbeitskollege, lebenslanger Engländer und wohnhaft in Bristol, hat sie noch nie getroffen. Er scheint sich überhaupt nicht für sie zu interessieren.

To Watch Them Closely

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Dem Bilderalbum wurden Aufnahmen hinzugefügt.

Nur dass Du das weißt.

Problem found, Decision made

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Der zweite Schulungstag begann mit dem Feedback zum Vortag. Ich sprach:
“Nichts von dem Kram, den wir gestern besprachen, hat irgendeinen Bezug zu meiner Tätigkeit im Büro. Null Prozent.”
Das kam nicht so gut an und ein Teilnehmer versuchte, meine Aussage zu schlichten, im Sinne von “so harsch hat der Michael das bestimmt gar nicht gemeint”.
So legte ich nach:
“Gut, 99% der gestern besprochenen Techniken sind für mich irrelevant. 1% ist relevant und zu 100% gesunder Menschenverstand. Aber heute ist ja auch noch ein Tag.”
Damit hatte ich meinen Punkt klargemacht.
Die Workshop-Leiterin reagierte mit Fassung und gab mir recht. Was sollte sie auch sagen? Sie kennt meine Tätigkeiten nicht. Und ich wäre überrascht, würde sie sich dafür ehrlich interessieren.
Diese Fortbildungs- und Workshop-Anbieter sind Großfirmen, die davon leben, dass überall im Land Arbeitnehmer nach Training fragen. Irgendwann müssen die Arbeitgeber reagieren und schicken die Leute – scheißegal – irgendwohin. So wurden £900 in den Sand gesetzt (pro Mitarbeiter unserer Firma), wir lernten aber auch wirklich nichts und blieben zwei Tage unseren eigentlichen Aufgaben fern, während unsere Arbeit liegenblieb und auf uns wartet.
 
So hat der Kursus zu “Probleme lösen und Entscheidungen treffen” am Ende doch etwas Relevantes erreicht:
Er bereitet mir Probleme mit liegengebliebener Arbeit, ohne dass ich etwas über deren Lösung erlernt hätte…
und…
…ließ mich die Entscheidungen treffen, meinem Chef meine Meinung über die misslungene Veranstaltung deutlich zu machen.
 
Ganz am Ende erhielt ich einen Fragebogen und vermied jede Form der Höflichkeit zugunsten offener Ehrlichkeit. Wäre “Die Veranstaltung war ein dampfender Haufen Kots” eine anzukreuzende Option gewesen, ich hätte sie gewählt.
 
Was bleibt, ist das großartige Gefühl. Es ist vorbei. Es ist Wochenende. Die Sonne in London scheint. Alles ist gut.

Training on Gay Marriage

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“Fortbildungen sind was Gutes. Sie zeigen, dass es keine unmittelbaren Pläne gibt, Dich loszuwerden.”

“Fortbildungen zeigen auch, dass Du noch viel lernen musst.”

“Keine Firma investiert gerne in “menschliche Ressourcen”, die gefeuert werden sollen.”

“Nicht zu vergessen, dass man was lernt. Manchmal sogar was Neues.”

06:22, Oxford, UK, Bruch der Routine heute Morgen:

Eine Stunde früher als gewöhnlich schrillt mich der Wecker hoch, denn die Firma schickt heute nach London.

Im Bus-Internet lese ich:

“Obama ist der Meinung, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen sollten.”

“Aber auch in seinem Land?”, frag ich mich und den Artikel zuende.

“Wieso regt sich überhaupt jemand über Homosexuelle auf? Tun doch keinem was.”

“Obamas Meinung ist nicht das Gesetz. Es ist seine Meinung.”

“Sie ist sicher nicht die unbedeutendste Meinung der Welt.”

A Saturday in Bristol

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“Was machen wir heute?”

“Ausflug.”

“Und wohin?”

Bristol. Da waren wir noch nicht.”

 

Das lange Wochenende hatte begonnen, denn am Montag ist frei wegen Mai. (In England und Schottland feiert man den “Ersten Mai” traditionell am ersten Montag im Mai.)

Unser treuer Wegbestreiter, der Vauxhall Astra, parkte dank des Feiertags nahe unserer Behausung und war schnell mit Reiseproviant beladen. Bristol liegt laut Google Maps eineinhalb Stunden von Oxford entfernt und einmal Verschalten später rauschte der Diesel schon die Autobahn entlang.

Bristol bewegte sich derweil kein Stück.

Als wir Bristol erreichten, stauten sich Fahrzeuge vor einer Kirche mit angeschlossenem Abenteuerspielplatz. Der Anblick wirkte wie eine Kinderfalle für Pastöre.

Im vermeintlichen Stadtkern Bristols ragten eine Handvoll höhere Gebäude in den Himmel, ganz ähnlich denen in z.B. Manchester oder Liverpool. Wir lenkten den Vauxhall in ein lustiges Parkhaus – £2.60 für einen ganzen Tag. (Im Vergleich zu Oxfords Parkpreisen wirkt das lustig.)

 

Nach einhundert Fußmetern erreichten wir ein ehemaliges Armenhaus, vor dem zwei junge Damen Photos von sich für Facebook schossen. Wir nahmen die Christmas Steps, eine schmale Gasse, durch die Treppenstufen einen ersten Eindruck von der Höhenlage Bristols vermittelten.

 

Bristol liegt ganz im Westen Englands, leicht südlich von Oxford und nicht lange später standen wir am Wasser. Ein Flohmarkt bot seine Waren feil, während Menschen die zahlreichen Cafés befüllten und sich selbst genossen. Wir taten es ihnen gleich und trafen zufällig eine Bekannte zum Plausch. Die Dame hofft derzeit auf einen Arbeitsauftrag in Kairo und konnte keine der Sehenswürdigkeiten Bristols empfehlen.

 

Durch die Straßen zogen Gruppen von grotesk gekleideten Volltrunkenen in bayrischen Lederhosen. Wie sich später herausstellte, fand ein German Beer Festival mit Erdinger, Türstehern und viel schlechter Musik statt, das wir ignorierten.

Stattdessen fanden wir eine Kunstausstellung zum Thema “Afrika und Science Fiction”, in der ein Prequel zu District 9 gezeigt wurde.

Dann fuhr eine Dampflok an uns vorbei und wir strudelten in ein Museum. Im Foyer stand das Modellschiff aus dem kommenden Film The Pirates! – In An Adventure With Scientists aus den Aardman Studios zu Bristol. (Wer die Aardman Studios nicht kennt, klickt hier.)

Durch reinen Zufall überquerten wir bei Sonnenuntergang die beliebte Clifton Bridge in Bristol. Auch sie bietet einen Eindruck der imliegenden Landschaftsgegebenheiten.

Kurz: Bristol, mal hinfahren. Vielleicht bleibt man eine Nacht und beguckt am nächsten Morgen die zahlreichen Banksy-Graffitis.

 

 

Pills For Customers

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Ich hoffe, die haben die Milchpackungsverschlüsse geändert. Falls nicht hab ich wahrscheinlich irgendeine ernste Muskelschwundkrankheit.
 
Die beiden ostdeutschen Kunden mit dem E-Mail-Problem durften sich über eine Fabel aus Falschinformation und Verstrickungen freuen. Sie wissen es nicht, doch erlebten sie sechzig Minuten lang eine meiner Gala-Aufführungen, an deren Ende kein technisches Problem gelöst wurde sondern viel Kreativität umgesetzt.
Sie können sich nicht beklagen, werden aber zurückkehren. Zwei Leute gleichzeitig eine Pille schlucken zu lassen, von der sie nicht wissen, was drin ist, ist harte Arbeit. Die Pille wird noch im Gespräch entwickelt und am Kunden getestet und im Idealfall sorgt sie für akute Amnesie.
Einige Kunden reagieren allergisch auf Pillen und werden ausfallend, schreien vor Überraschung oder verfallen in ein unangenehmes Schweigen. Die sogenannte Kundenstarre.
Im seltensten Fall ist der Kunde verstorben, häufiger gibt er entmutigt auf oder wurde zwischenzeitlich entlassen.
 

Bloody Pheasant

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Ich war in den letzten Sekunden seines Lebens bei ihm. Als er diese Welt verließ, presste ich die Augenlider aufeinander und führte ihn in Gedanken seinem Tod entgegen.

Doch was anderes kannste machen, wenn Du bei siebzig Meilen die Autobahn entlangdengelst und Dir so ein Scheissfasan vor die Haube gerät?

Das Geräusch ist ein dumpfes “Du-Dung”. Dann ist Ruhe.

 

Im Rückspiegel segeln noch die Federn zu Boden.

 

Jeder Zweite am Himmelstor ist ein Autobahnfasan.

Meine Gedanken in Reihenfolge:

“Der ist tot.”

“Was läuft der auch über die Autobahn?”

“Ist das Auto beschädigt?”

“Wenn ich ihn nicht erwischt hätte, dann eins der anderen Autos.”

“Muss man anhalten, den Vogel aufsammeln und dann kochen?”

“War garantiert Selbstmord.”

South Sudan and The Clean Fridge

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Nach der Arbeit im Büro, die mich besonders die letzten beiden Stunden ungewollt an einen Kunden aus Nordirland fesselte (Belfast), verfiel ich auf unserem Sofa in Oxford dem Schlaf. Gegen neun erwachte ich, erhob Körper und Geist und griff zum Staubsauger. Diesen tauschte ich bald gegen Putzlappen und Abziehbesen, bevor ich vom Spültuch Gebrauch machte.

Es ist halb elf als ich bemerke, dass mein Handy (und Wecker) im Auto liegt. Das gute Sony Ericsson W880i aus dem Jahr 2007.

 

Morgen soll die Frau nach zwölf Tagen aus Süd-Sudan zurückkehren. Ihr Forschungsaufenthalt ist beendet und sie zu diesem Zeitpunkt hoffentlich im Flieger nach Heathrow.

 

Die Freude ist groß, der Kühlschrank leer. Das Haus ist sauber, das Bett frisch bezogen. Der Körper ist müde, der Geist im Interimsdämmerzustand.

 

Das kommende Wochenende wird Granate!